Ganzheitliche Zahnheilkunde Gemeinschaftspraxis
Dr. Peter P. Grzonka
Dr. Dirk Reißmann
Zahnärzte

Dreherstr. 3
40625 Düsseldorf

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Fax: 0211-28 60 41

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Zahnzusatz-
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Das Dickicht der angebotenen Zahnzusatzversicherung mit ihren ganzen Bedingungen, Abschlägen und Unterpunkten zu verstehen, geschweige denn sich einen Überblick zu verschaffen und für sich die beste Möglichkeit herauszufinden, ist schier unmöglich.
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Häufig stellen uns Patienten, die sich privat oder beruflich verändern wollen/müssen, die Frage, wen wir Ihnen vor Ort empfehlen können, denn nicht immer kann man auf Erfahrungen oder eine Zahnarztempfehlung von Freunden oder Bekannten zurückgreifen.
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Parodontitis-Behandlung

Parodontitis – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Parodontitis (häufig auch Parodontose genannt) ist eine weit verbreitete Zivilisationskrankheit. Fast jeder vierte Bundesbürger leidet darunter. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen über 50 schon über 6 – 8 fehlende Zähne verfügen. Weltweit ist sie eine der am häufigsten anzutreffenden Erkrankungen.

Sie ist eine Erkrankung, die zumeist erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter auftritt. Es gibt aber auch sehr rasch fortschreitende Verlaufsformen, von der bereits Kinder und Jugendliche betroffen sein können.

Langsam und häufig schmerzlos zerstört sie das Zahnbett = Parodont (Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen).  Auch völlig kariesfreie Zähne verlieren so durch fortschreitende Lockerung ihre Funktion. Aber nicht nur Zähne sind gefährdet, sondern sie zeigt auch Auswirkungen auf den gesamten Körper und steht im Zusammenhang mit zahlreichen systemischen ( = den ganzen Körper betreffend) Erkrankungen.

Bei der Entstehung der Krankheit wirken mehrere Faktoren zusammen. An erster Stelle steht die:

Entzündung des Zahnhalteapparates: Sie kann durch mechanische, chemische und bakterielle Reize entstehen. Reizfaktoren sind z. B. klebrige Belägen (= Plaque), Zahnstein, überstehende Zahnfüllungen und Kronen, veralteter Zahnersatz oder zwischen den Zähnen verkeilte Nahrungsreste, die dort durch Bakterien zersetzt werden sowie falsche oder zu geringe Putztätigkeit.

Durch die unzureichende Mundhygiene nimmt die Bakterienmenge auf den Zähnen zu und die empfindliche Zusammensetzung der Mund-Mikroflora verschiebt sich zum Krankhaften (= Dysbiose). Auf diesen vermehrten und veränderten bakteriellen Biofilm reagiert der Körper mit einer Entzündung. Zunächst ist von diesem Prozess nur das Zahnfleisch, die Gingiva, betroffen. Erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) sind eine Schwellung und/oder Rötung des Gewebes und Zahnfleischbluten beim Essen oder Zähneputzen.

Eine weitere Parodontitisursache ist die

Fehlbelastung des Gebisses, hervorgerufen durch mangelhafte Kautätigkeit wegen zu weicher Nahrung, nächtlichem Knirschen, Zahnlücken, unbewusstem verkrampftes Zusammenbeißen der Zähne oder falscher Zahnstellungen.

Sowie

Chronische Allgemeinerkrankungen (Zuckerkrankheit, Leberschäden), die bei der Entstehung bzw. Verschlimmerung der Parodontitis eine Rolle bzw. aber auch von dieser ausgelöst bzw. verschlimmert werden können.

Und als letzter Komplex zu nennen sind Fehlernährung, Bewegungsmangel, Stress und vor allem Rauchen, die zu den wichtigsten Auslösern bzw. Verstärkern einer Parodontitis gehören.

Ihre individuelle Mundhygiene zu Hause und Rauchen sind die am stärksten von Ihnen zu beeinflussenden Risikofaktoren für Parodontitis.

Aber nicht nur die Zähne leiden unter dieser Entzündung, sondern Ihr gesamter Organismus. So sind in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Untersuchungen statistisch eindeutige Beweise für folgende Schäden gefunden worden:

Koronare Herzerkrankungen:

wie in vielen anderen Industrieländer stehen auch in Deutschland die Herz-/Kreislauferkrankungen an oberster Stelle der Todesursachen. Die Ursachen für arterielle Verschlusskrankheiten, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, sind Veränderungen der Gefäßinnenwände. Eine Vielzahl von Risikofaktoren sind bekannt z.B. Rauchen, Diabetes mellitus, starker Alkoholkonsum und Übergewicht.

Ein weiterer Risikofaktor sind chronische Entzündungen/Infektionen, deren Ursache im Eindringen von Bakterien und deren Giftstoffen in die Blutbahn liegen (= Bakteriämie). So wurden in ateriosklerotisch (degenerative Veränderung der Aterienwände) veränderten Gefäßen neben Erregern von akuten und chronischen Atemwegserkrankungen auch Bakterien von Magengeschwüren entdeckt, aber auch solche, die eigentlich nur in entzündeten Zahnfleischtaschen vorkommen und im Mund eine Parodontitis hervorrufen. Weitere Studien zeigen eine Wechselbeziehung zwischen Herz-Kreislauferkrankungen und Parodontitis auf, so dass Patienten mit einer Parodontitis ein bis zu zweifach höheres Risiko haben, eine Herz-Kreislauferkrankung zu bekommen. Diese Studien bestätigen auch, dass eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung Ihr Herz-Kreislauf-Risiko verringert.

Frühgeburten:

Bakterielle Infektionen in der Gebärmutter (neben Alkohol und Rauchen) sind Auslöser für Frühgeburten. Forscher vermuten, dass entweder Bakterien aus den blutenden Zahnfleischtaschen oder deren Toxine (Giftstoffe) in die Blutbahn und damit in weit entfernte Gewebe gelangen (direkter Weg) oder über die Leber (indirekter Weg) als Auslöser von Entzündungsmediatoren. So produziert das Immunsystem und die beteiligten Gewebe diese Entzündungsmediatoren. Sie aktivieren die körpereigenen Abwehrmechanismen und können sowohl eine vorzeitige Wehentätigkeit als auch einen Sprung in der Fruchtblase auslösen. Untersuchungen in den USA zeigen, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko einer Frühgeburt um das 7,5 fache erhöht.

Diabetes:

Ist eine chronisch verlaufende Stoffwechselerkrankung, bei der ein absoluter (Typ 1, v.a. bei jungen Leuten) oder ein relativer (Typ 2, auch Altersdiabetes genannt) Mangel an Insulin besteht. Ca. 10% der Bevölkerung leiden darunter mit steigender Tendenz v.a. bei der Jugendvariante. Diabetiker haben ein fünffach höheres Risiko an einer Parodontitis zu erkranken und so haben Typ 1 Diabetiker, die schlecht eingestellt sind, fast immer eine Parodontitis. Neuste Untersuchungen zeigen allerdings auch umgekehrte Wechselwirkungen: nicht nur der Diabetes beeinflusst die Parodontitis, sondern diese scheint auch auf den Blutzuckerspiegel bei Typ2-Diabetikern einzuwirken, wobei Parodontitis auslösende Bakterien eine besondere Rolle spielen (s. diesen Link der Deutschen Diabetes Hilfe) Genauere Untersuchungen über diesen Wirkmechanismus fehlen noch. Es lässt sich allerdings schon folgendes sagen: wird eine Parodontitis erfolgreich behandelt, hat dies auch einen positiven Effekt auf die Diabeteskontrolle. Somit können die Diabetesfolgeerscheinungen wie die Schädigung des Auges, der Nieren- und Nervenschäden , sowie der Blutgefäße verringert werden.

Wir arbeiten hier gerne mit Ihrem Diabetologen zusammen – sprechen Sie uns an.

Nähere Informationen finden Sie in der Broschüre der Bundeszahnärztekammer und der Firma Colgate „Alles in Balance! Diabetes und Mundgesundheit“, die Sie bei uns in der Praxis bekommen oder direkt als pdf-Datei herunterladen können.Diabetes Broschüre

Atemwege:

Bakterien aus dem Zahnbelag und aus den Zahnfleischtaschen können auch für eine Lungenentzündung verantwortlich sein. Zwei umfangreiche Studien in den USA zeigen: Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wiesen eine schlechtere Mundhygiene, mehr Zahnstein und erkrankte Zähne auf als Patienten ohne Atemwegserkrankungen. Und je größer der Kieferknochenverlust ist, desto stärker ist die Lungenfunktion bei Patienten mit einer chronischen Bronchitis beeinträchtigt. Davon sind natürlich besonders Raucher betroffen, aber auch Patienten auf Intensivstationen, Pflege- und Altersheimen. So wie wir dies jetzt eindrucksvoll  bei der Coronapandemie beobachten konnten.

Demenz:

Die in die Blutbahn eingedrungenen Bakterien scheinen auch die Blut/Hirnschranke überwinden zu können und führen im Gehirn zu Entzündungsprozessen mit der Folge, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und so zu dem Krankheitsbild von Alzheimer führen oder dies verstärken.

Muss es soweit kommen?

NEIN!

Deshalb sollten Sie bereits die ersten Anzeichen einer beginnenden Parodontitis erkennen!

Denn der Verlauf einer Parodontitis ist zumeist langsam und schmerzlos. Und so zeigen leichte Formen der Parodontitis über viele Jahre zumeist wenige oder nur milde Symptome.

Mit dem Fragebogen können Sie selber feststellen, ob Sie eine Parodontitis haben. Wenn Sie mehrere Kreuzchen machen können, so sollten Sie sich bei Ihrem behandelnden Zahnarzt untersuchen und behandeln lassen.

 

Zahnfleischblutung

Δ

Unangenehmer Mundgeruch

Schwellung und Rötung des Zahnfleischs

Δ

Eiterentleerung a. d. Zahnfleischtaschen

Zahnfleischrückgang (= Zähne erscheinen länger)

Δ

Gelockerte Zähne, „wandern“ oder bewegen sich

Empfindliche Zahnhälse

Sollten Sie mehr als einen Punkt ankreuzen können, so wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Zahnarzt, denn dann haben Sie aller Wahrscheinlichkeit schon eine Gingivitis (= Entzündung des Zahnfleisches). Gingivitis ist aber nicht harmlos, denn sie kann der Beginn einer Parodontitis sein.

In den meisten Fällen ist die Parodontitis schmerzfrei, da der Verlauf einer Parodontitis zumeist langsam, intervallartig und häufig schmerzlos ist, leichte und moderate Formen von Parodontitis zeigen daher über viele Jahre zumeist wenige oder nur milde Symptome. Veränderungen der Gingiva (Zahnfleischbluten, Rötung und Schwellung) sind oft die ersten und einzigen Anzeichen, die von Ihnen häufig nicht wahrgenommen oder richtig eingeordnet werden, bis es dann zu einer Lockerung der Zähne kommt.

Folgende Symptome finden Sie:

  • Entzündungserscheinungen am Zahnfleisch, das gerötet und schwammig wirkt und zu spontanen Blutungen neigt.

  • Im weiteren Verlauf bilden sich mit eitrigem Sekret gefüllte Zahnfleischtaschen.

  • Zahnfleisch und Kieferknochen werden abgebaut; die Zähne erscheinen länger, sie lockern sich und gehen schließlich verloren.

Dies ist allerdings kein Automatismus!!!

Denn Sie können sich entscheiden gegen dieses Krankheitsbild vorzugehen und wir werden Ihnen dabei helfen. Ein Besuch beim Zahnarzt schafft Klarheit. Beobachten Sie eine Veränderung an Ihrem Zahnfleisch und/oder Ihren Zähnen? Dann sollten Sie Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin aufsuchen. Denn nur er oder sie kann eine sichere Diagnose stellen und die geeigneten therapeutischen Maßnahmen einleiten, um weitere Schäden zu verhindern. Im Rahmen der Kontrolluntersuchung können wir mit einer Früherkennungsuntersuchung des Zahnfleisches, dem Parodontalem Screening Index PSI, den Gesundheitszustand des Parodonts überprüfen und sicherstellen, dass schwerwiegende Erkrankungen des Zahnhalteapparates nicht übersehen werden.

Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist kaum spürbar. Ergibt das PSI einen Verdacht auf eine Parodontitis, wird die endgültige Diagnose und der notwendige Behandlungsaufwand durch eine umfassendere klinische und röntgenologische Untersuchung abgeklärt.

Die Krankenkasse schreibt hier einen 2-Jahres Rhythmus vor – aus unserer Erfahrung machen wir dies aber jedes Jahr – auch wenn dies nicht bezahlt wird.

Wer sich auf diese In-Augenscheinnahme nicht alleine verlassen möchte, dem bieten wir einen Entzündungstest über einen Enzymmarker an, den sogenannten aMMP8 Test. Hier werden schon vor einer Gingivitiserkrankungen Entzündungszeichen erkannt und können so prophylaktisch behandelt und symtomlos beseitigt werden. Weitere Info auf unserer Homepage hier unter diesem Link aMMP8 Test Pat Aufklärungsbogen

 

Bei der Erhebung des PSI wird das Gebiss in Sextanten eingeteilt und jedem Sextanten wird ein Code (0 bis 4) entsprechend der Schwere der klinischen Befunde zugeordnet. Die Codes geben Hinweise auf eine mögliche Diagnose und Handlungsempfehlungen. Auf Wunsch drucken wir Ihnen diesen Befund aus, ebenso wie unsere Therapieempfehlung.

Was sagen die Codes bei der Erhebung des PSI aus?

PSI‑Code Diagnose Empfehlungen, möglicher Untersuchungs- und Behandlungsbedarf
0 Parodontal gesund Keine Therapie notwendig, regelmäßige Kontrolluntersuchung
1 Zahnfleischentzündung (Gingivitis) Verbesserung der Mundhygiene
2 Zahnfleischentzündung (Gingivitis), Zahnstein oder überstehende Füllungs- oder Kronenränder Verbesserung der Mundhygiene, Zahnsteinentfernung oder Glättung überstehender Füllungs- und Kronenränder
 3 Verdacht auf Parodontitis Verbesserung der Mundhygiene, parodontale Befunderhebung einschließlich der Anfertigung von Röntgenbildern als Basis der Diagnosestellung und der weiteren Therapieplanung
 4

Welche Behandlungsschritte sind erforderlich?

Seit September 2021 gilt für Kassenpatienten die neue S3-Richtlinie in der Parodontologie, die die alte PAR Behandlung nach wissenschaftlichen Standpunkten der „Deutschen Gesellschaft für Parodontologie“ (DG PARO) und der „Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (DGZMK), aller Zahnärzteverbände sowie der gesetzlichen Krankenkassen völlig neu erfasst und damit eine neue Ära der Parodontitisbehandlung – die v.a. die allgemeinmedizinischen Auswirkungen (Rheuma, Diabetes, Herz-/Kreislauf, Schwangerschaft) dieser Erkrankung berücksichtigt – einläutet.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben für diese Reform sehr viel Geld in die Hand genommen, um der Volkskrankheit Parodontitis den Kampf anzusagen.

Die gesamte Behandlung erstreckt sich nun über zwei Jahre, wobei der Nachkontrolle und Nachsorge nun die Bedeutung beigemessen wird, die sie eigentlich schon immer hätte erhalten sollen.

Folgende Behandlungsschritte nehmen wir nach einem positiven PSI Test bei Ihnen vor:

  • PSI

  • PAR-Befund

  • ATG/MHU

  • PAR Behandlung (in 2 Sitzungen mit Ozon- u.o. Laser)

  • nach 3 Monaten erste Kontrollsitzung mit erneutem PAR Befund

  • davon abhängig weitere Behandlungsschritte („abgespeckte“ PZR Behandlung ggf. Überweisung an Spezialisten).

Die Behandlung erfolgt bei uns in aller Regel geschlossen, d.h. es ist kein chirurgischer Eingriff – und somit auch keine schmerzhafte Wundheilung – notwendig. 98 % aller unserer Patienten empfinden 1 – 2 Tagen nach dem Eingriff einen leichten Wundschmerz. Dies ist alles an Nebenwirkungen, abgesehen natürlich von fehlenden Bluten und einen gestärkten Zahnfleisch.

Neue PAR Behandlungsschritte

Hier nun ein Hinweis für Privatversicherte:

Leider haben sich die privaten Krankenkassen bisher weder zu einer Neuorganisation der Behandlungsmaßnahmen geäußert, noch irgendwelche Vorstöße in Bezug auf einer Änderung der seit 1983 unverändert geltenden Behandlungspunkte geäußert. D.h. Sie sind als Privatpatient vom Fortschritt der Medizin in diesem Teilgebiet abgeschnitten. Dies geht für uns schon allein aus ethischen Gründen nicht, denn hier würde die immer wieder gerne als Kampfbegriff benutzte „2-Klassen-Medizin“ nun mal umgekehrt eingeführt.

Nachdem wir jetzt ein halbes Jahr auf Reaktionen der privaten Krankenversicherer gewartet haben, nehmen wir die Sache selbst in die Hand. Der Gesetzgeber hat mit einem GOZ Reförmchen von 2013 uns Zahnärzten die Möglichkeit in die Hand gegeben, neue medizinische Verfahren mit einer Analogregelung in die Behandlung aufzunehmen. Dabei haben wir uns jetzt ganz strikt an die Vorgaben der Bundeszahnärztekammer vom Okt. 2021 gehalten. Das hat natürlich sofort vehementen Widerspruch der privaten Krankenversicherer ausgelöst, die hier kein Geld in die Hand nehmen wollen (im Gegensatz zu den gesetzlichen Versicherungen), sondern alles beim Alten lassen wollen. Unser Vorgehen wurde nun aber auch Ende Mai 2022 von Bundesministerium für Gesundheit gutgeheißen.

Der Behandlungsverlauf sieht wie folgt aus:

  1. PSI: Bei Ihrer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung führen wir jedes Jahr einen sogenannten Parodontaler Screening Test (PSI) durch. Stellen wir hierbei Blutungen, Knochenverlust oder Lockerung fest, wird in einer speziellen Diagnosesitzung festgestellt, welche Behandlungsalternativen notwendig sind. Wir erstellen ein Parodontitis-Risiko-Protokoll und schauen uns die Bakterien unter dem Mikroskop an.

    Abb.1: Bakterientest vor Be-
    handlungsbeginn

    Darüber hinaus kann sich ein bakteriellen DNA Test anschließen, mit dem wir die 10 wichtigsten krankmachenden Bakterien identifizieren und gezielt dagegen vorgehen können. So erschließt sich auch mancher Misserfolg einer vorhergehenden Behandlung.

  2. PZR: Als nächstes erfolgt die professionelle Zahnreinigung (verlinken) – in unserer Prophylaxeabteilung – bei der Ihre Zahnoberflächen werden hierbei von allen erreichbaren weichen und harten Belägen befreit und anschließend poliert. entfernt werden, sowie ein sogenanntes Full-mouth-Desinfektion Programm, da die Parodontitis eine Infektionserkrankung wie Schnupfen ist und die Bakterien auch Weichgeweben und Zunge besiedeln. Wegen dieses Infektionscharakters sollten auch die Lebens- und Ehepartner in eine solche Behandlung mit integriert werden. Durch diese erste Hygienephase wird die Bakterienmenge verringert und die oberflächliche Entzündung geht zurück. Im Anschluss wird der Behandlungsplan für die Krankenkasse bzw. den Versicherer erstellt (s.o. Abrechnungshinweise für Privatversicherte).

  3. PAR-Plan: Sobald der Plan durch die KK/Versicherer bearbeitet wurde, erhalten Sie von dort eine entsprechende Information und können nun weitere Termine ausmachen (ggf. werden diese schon in ausreichendem Zeitabstand schon vergeben).

  4. ATG/MHU: Bei uns Ärzten werden Sie in einer weiteren Gesprächsrunde nochmal über die Ursachen Ihrer Erkrankung aufgeklärt, auf allgemeinmedizinsche Folgen, sowie auf Wechselwirkung der Parodontits mit anderen Erkrankungen hingewiesen. Dies müssen wir in Ihrer Akte dokumentieren als Allgemeines Therapie Gespräch. Ebenso erhalten Sie in dieser ersten Behandlungsphase nochmal eine ausführliche Unterweisung mit praktischen Tipps für eine optimale häusliche Zahnpflege (= Mund Hygiene Unterweisung). Neben der richtigen Putztechnik gehört dazu auch der Gebrauch von Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume.

  5. PAR Behandlung: Nach ca. 4 Wochen erfolgt die eigentliche Zahnfleischbehandlung, die in zwei Sitzungen innerhalb von 1-2 Tagen durchgeführt wird: Zahnfleisch- und Knochentaschen werden gesäubert (mit Betäubung), gespült und evt. mit einem Laser oder Ozon desinfiziert, damit alle Reizfaktoren gezielt und sorgfältig beseitigt werden.

  1. Erhaltungs- und Kontrolltherapie UPT: Nach einem Tag/einer Woche stellen wir in 1 – 3 Nachbehandlungsterminen fest, ob und wo es noch Blutungen gibt. Diese Stellen müssen nachbehandelt werden. Außerdem werden Sie nun in die sogenannte Erhaltungstherapie ( = Unterstützende Parodontal Therapie) aufgenommen mit dem Ziel, das erreichte Ergebnis zu erhalten oder sogar noch zu verbessern.

  2. BEV: Nach einigen Wochen erfolgt in unserer Prophylaxeabteilung eine erneute Beurteilung Ihres Zahnfleisches (Befundevaluation, BEV). Wenn die bisherige Behandlung nicht ausgereicht hat, um die Zahnfleischtaschen zu beseitigen, werden wir Ihnen weiterführende Behandlungsschritte vorschlagen. Unsere Mitarbeiterinnen zeigen Ihnen außerdem, an welchen Stellen Sie Ihre Mundhygiene noch oder wieder verbessern sollten. Die Häufigkeit dieser Recalltermine richtet sich nach dem Schweregrad beziehungsweise der Erkrankung und dem individuellen Erkrankungsrisiko (Grading). Diese Abläufe werden Sie jetzt die nächsten zwei Jahre begleiten und wir erinnern Sie an diese Termin.

Außerdem können noch weitere Behandlungsmaßnahmen notwendig sein:

  • PDT / Laser (Links s.o.)

  • Periochip

  • Voraussetzung für eine gleichmäßige Belastung ist eine geschlossene Zahnreihe. Deshalb müssen fehlende Zähne ersetzt werden.
  • Freiliegende Zahnhälse sollten aus ästhetischen Gesichtspunkten und um weitere Schmerzen zu vermeiden, aber auch um Schmutz- und Anhaftstellen zu vermeiden, abdeckt werden. Dies kann entweder über Füllungen, Laserbehandlung oder Schleimhauttransplantationen erfolgen.
  • Funktionsuntüchtiger Zahnersatz und alte Füllungen müssen erneut werden, um alle Schmutznischen zu beseitigen.
  • Bereits gelockerte Zähne können durch feste oder abnehmbare Schienen stabilisiert werden oder im Einzelfall über Knochenaufbau fixiert werden.
  • Jede Parodontitisbehandlung muss durch eine peinlich genaue Mundhygiene ergänzt werden, wenn Sie Rückschläge vermeiden wollen. Sprechen Sie uns auf unser professionelles Individualprophylaxeprogramm für Erwachsene an. Drei – bis viermalige Kontrolluntersuchungen im Jahr sind unerlässlich. Um den einmal erreichten Erfolg zu stabilisieren, werden Sie deshalb in unser Recallprogramm aufgenommen und an die sich wiederholenden Termin erinnert. ¨

Taschendekontamination bei der PAR-Behandlung:

Nach der schulmedizinischen Vorbehandlung der Zahnfleischerkrankung erzielen wir eine weitere Verbesserung des Heilungserfolges, wenn tiefe Taschen (> 5 mm) durch Laserenergie desinfiziert werden. Da die Parodontitis eine bakterielle Infektionserkrankung ist, kommt es darauf an, die Krankheitskeime zu reduzieren. Dies geschieht klassisch über eine mechanische Säuberung der Tasche, verbunden mit chemischen/pflanzlichen Reinigungspräparaten (Listerine/Propolis oder Periochip).

Als zusätzliche weitere Heilungsverbesserung setzen wir seit fast 20 Jahren die Laserbehandlung in zwei Varianten ein: als Dioden- und PDT Laser.

Der PDT Laser

Die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) reduziert die pathogenen Keime um ca. 92%, ohne Antibiotikum, ohne Chirurgie, ohne Nebenwirkungen, denn sie zerstört durch lichtinduzierte Inaktivierung v.a. Mikroorganismen und reduziert somit die bakteriellen Zahnfleischentzündungen.

So sehen Ihre ungebetenen Gäste aus:

Die Aggressivität des Biofilms und die Konzentration der anaeroben Bakterien steigt in Taschentiefen die größer als 4 mm sind. Der Körper reagiert mit einer Entzündung, die ohne Behandlung zu einem Zahnverlust führen kann.

Diesen Zahnverlust stoppen wir zusammen durch die oben genannten Behandlungsschritte. Die Laserbehandlung schließt sich immer an die klassische Zahnfleischbehandlung an:

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Konventionelle Zahnfleischbehandlung
  • Lasereinsatz bei der Behandlung
  • Medikamententrägern in den tiefsten Taschen und
  • PDT

Unser Ziel ist die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts zwischen aeroben und anaeroben Keimen, d.h. die Dysbiose in Ihrem Mund wird beseitigt.

Die Wirkungsweise des PDT

Mit Hilfe eines Farbstoffes werden Bakterien:

angefärbt, sensibilisiert und nach Bestrahlung mit Licht geeigneter Wellenlänge und Energiedicht abgetötet

Das chemisch-/physikalische Geschehen in 3 Schritten

Schritt 1: Anfärbung der Mikroorganismen

  • Wanderung und Anheftung der Farbstoffmoleküle an die Mikroorganismen, Farbstoff zieht ins Gewebe

Schritt 2: Belichtung u. Aktivierung Fotosensitizers

  • Energiekontrollierter Schritt bestimmt durch physikalisch-optische Eigenschaften mit Anregung der blauen Farbe (Photosensitizermoleküle)

Schritt 3: Sauerstoffradikalbildung und Abtötung der Mikroorganismen

  • Bildung von Sauerstoffradikalen und

  • Zerstörung von Membranen und Enzymen durch Sauerstoff

Das klinische Vorgehen in der Übersicht

 

Häufig gestellte Fragen:

Ist die Blauverfärbung ein Problem?

      Die Blauverfärbung hält ca. 1 Tag an und färbt Plaque, Weichgewebe und poröse Strukturen an. Sie sehen ungefähr so aus, als wenn Sie einen
      Blaubeerkuchen gegessen hätten.
Je nach Struktur des Gewebes dauert die Anfärbung auch länger.

Werden gesunde Zellen durch diesen Vorgang auch angegriffen?

        Prinzipiell ja. Aber: Der Farbstoff dringt nur max. 2 Zelllagen (ca. 12 µm) in das Gewebe ein. Zahnfleischzellen verfügen über ein Abwehrsystem
gegen
Radikale: die Enzyme und so besteht für gesunde Zellen besteht keine Gefahr!

Wie oft sollte die Therapie angewendet werden?

        In der Regel erreichen Sie bereits mit einer Anwendung ein sehr gutes Ergebnis. Bei erneuter Entzündung sollte die Anwendung nach einer Woche
        wiederholt werden.

Wann sollte die Laserbehandlung angewandt werden?

        Eine Laserbehandlung ist allerdings nur in schwierigen Fällen notwendig, wie z.B. bei:

    • Zähnen mit mehreren Wurzeln
    • komplizierten Taschenverhältnissen und / oder sehr tiefen Taschen
    • immer wieder aufflackernden Entzündungen
    • oder massiven Entzündungen und hochgradig aggressiven Bakterien.

Sollte so etwas bei Ihnen vorliegen, werden wir Sie darüber informieren.

PerioChip© oder das Medikament in der Tasche!

Eine sehr kurze Behandlung mit z.T. verblüffendem Erfolg. Der Medikamentenchip wird in die vorher gereinigte Tasche gesteckt (ca. 10 – 15 Sek.) und löst sich dort innerhalb von 3 Monaten auf. Somit gibt er kontinuierlich Chlorhexamed ab und hält die Tasche damit frei von schädlichen Bakterien (wichtig v.a. bei negativen DNA Bakterien Test). Die Behandlung kann beliebig häufig wiederholt werden, da sich keine Resistenzen ausbilden können und führt im Laufe eines Jahres zur Ausheilung der Knochentasche und häufig auch zum Knochenneuaufbau.

Zu den Kosten:

Zwar ist die Behandlung dieser wichtigen Erkrankung soweit fortgeschritten, dass Sie kaum etwas davon spüren, die Vergütung ist allerdings im Mittelalter stehen geblieben. Viele Möglichkeiten der modernen Zahnheilkunde (DNA-Test, Lasertaschenbehandlung, professionelle Zahnreinigung, Periochip, Taschenspülung) scheinen dem Gesetzgeber überhaupt nicht bekannt zu sein, so dass wir diese Ihnen privat in Rechnung stellen müssen.

Die Kosten der Individualprophylaxe richten sich nach Art und Aufwand, ebenso wie die jeder anderen privaten Leistung. Es geht hier allerdings nicht um Hunderte von Euro. So kostet die Taschensterilisation pro Tasche ca. 17 Euro, die Einbringung des Medikamententrägers Periochip pro Tasche 25 €, die professionelle Zahnreinigung zweimal im Jahr durchgeführt ca. 130 Euro und die PDT Behandlung komplett 280 €.

Sie werden vorher von uns einen detaillierten Heil- und Kostenplan bekommen, aus welchem die für Sie anfallenden Kosten hervorgehen

Die Zahnfleischbehandlung wird zu 100 % von Ihren Krankenkassen übernommen. Privat- und/oder Beihilfepatienten wenden sich wegen genauerer Informationen bitte an unsere Mitarbeiterinnen bzw. an die Rezeption.

Auf Wunsch und bei Bedarf erhalten Sie als Service hier als Download:

Einen sehr guten Einblick in unser Vorgehen, aber auch wie Sie eine Parodontitis vermeiden können, erhalten Sie über das NDR Video unter folgendem Link

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Parodontitis-erkennen-behandeln-und-vermeiden,parodontitis110.html

Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Seite für alle Parodontitis Patienten, können Sie bei den Kollegen der DG PARO finden:

 

 

Gesund im Mund

 

 

 

Ständige Viren- und Bakterienabtötende Raumlufterneuerung gemäß Komission Innenlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt: > 5 mal / Stunde


Ärzteverzeichnis der Stiftung Gesundheit

https://mein-zahnarztteam.de/